Wissenstransfer im Büro: Warum Ihr Weiterbildungsbudget verpufft

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Das Team war auf dem Seminar. Die Zertifikate hängen. Das Feedback war gut. Und drei Wochen später läuft alles wie vorher. Wenn Sie das kennen, liegt das Problem nicht am Budget - und auch nicht am Team. Es liegt daran, wo Wissen stecken bleibt, bevor es jemals im Arbeitsalltag ankommt.


Das Problem hat einen Namen - und er heißt nicht "zu wenig Training"

Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2023 des Instituts der deutschen Wirtschaft bieten 93 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Weiterbildung an - ein Höchststand. Im Schnitt investieren Unternehmen 1.347 Euro pro Person und Jahr in Weiterbildung. Die Investition ist real. Das Ergebnis oft nicht.

Das liegt nicht an der Qualität der Trainer. Es liegt an einer Lücke, die selten beim Namen genannt wird: Nur rund 10 bis 20 Prozent von dem, was in Trainings faktisch gelernt wird, wird auch nachhaltig am Arbeitsplatz angewandt. Der Rest bleibt im Seminarraum. Oder im Notizbuch. Oder geht im ersten Projektmeeting unter, das am Tag nach der Rückkehr wartet.

Das ist kein Versagen Ihres Teams. Das ist ein Strukturproblem.


Warum Wissen nicht ankommt - der Mechanismus dahinter

Weiterbildung wird in den meisten Organisationen als Ereignis behandelt: jemand geht hin, kommt wieder, und dann soll sich etwas ändern. Seminar- und Trainingsinhalte gerecht den individuellen Lernbedürfnissen der häufig inhomogenen Teilnehmerschaft nicht - und entsprechend gelingt der Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag nicht optimal.

Eine 2024 veröffentlichte Überblicksstudie von Rinker und Fasbender vom Institut für Bildung, Arbeit und Gesellschaft an der Universität Hohenheim zeigt: Organisationen investieren vor allem in Tools und Schulungen - dabei verlieren sie Prozesse und Wirkungen aus dem Blick.

Hinzu kommt ein zweites Problem: Laut dem aktuellen Hernstein Management Report geben rund 60 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass erworbenes Wissen von Mitarbeitenden häufig kaum an nachfolgende Personen oder im Kollegenkreis weitergegeben wird. Das Wissen landet also nicht einmal bei denjenigen, die es brauchen - geschweige denn in der tatsächlichen Arbeit.

Informelles Lernen ist dabei häufig stark von einzelnen Personen abhängig. Ohne klare Standards oder Dokumentation besteht das Risiko, dass Wissen nicht systematisch gesichert wird. Wer geht, nimmt es mit.

„Wenn jemand geht, fällt plötzlich auf, dass vieles nur in dessen Kopf existierte." - Jochen Robes, Weiterbildungsexperte

Was das wirklich kostet

Rechnen Sie kurz nach: Bei 20 Mitarbeitenden und 1.347 Euro pro Kopf sind das knapp 27.000 Euro Weiterbildungsbudget pro Jahr. Wenn davon im besten Fall 20 Prozent wirksam werden, zahlen Sie effektiv für 5.400 Euro Wirkung - und für 21.600 Euro Seminarräume, Reisezeiten und gute Feedbackbögen.

Aber der direkte Kostenschaden ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, was nicht entsteht: Prozesse werden nicht verbessert. Fehler werden wiederholt. Neue Mitarbeitende lernen von alten Mitarbeitenden, die selbst nie strukturiert gelernt haben, wie Dinge hier wirklich funktionieren. 61 Prozent der deutschen Unternehmen vernachlässigen eine systematische Förderung des Lerntransfers. Das ist keine Randnotiz. Das ist die Regel.

Und während das Budget fließt, bleibt die Arbeit stecken - nicht weil das Team nicht kann, sondern weil keine Struktur existiert, die dafür sorgt, dass Gelerntes überhaupt in echte Handlungen überführt wird.


Was andere versucht haben - und warum es nicht hilft

Viele Organisationen reagieren mit mehr desselben: mehr Seminare, mehr E-Learning-Plattformen, mehr Pflichtschulungen. Manche führen Wissensmanagement-Software ein. Andere bauen interne Wikis, die nach drei Monaten niemand mehr pflegt.

Ohne klare Strategie, verlässliche Strukturen und gelebte Kultur bleibt Wissenssicherung wirkungslos. Das klingt banal - ist aber präzise. Eine Plattform löst kein Transferproblem. Ein weiteres Seminar auch nicht. Denn das Problem sitzt nicht im Lernformat. Es sitzt in dem, was zwischen dem Kursende und dem nächsten Arbeitstag passiert - oder eben nicht passiert.

Insbesondere die Unterstützung durch Vorgesetzte bei der Umsetzung von Lerninhalten könnte vielerorts stark verbessert und dadurch der Lerntransfer markant gesteigert werden. Aber das setzt voraus, dass klar ist, welche Inhalte wo in der täglichen Arbeit überhaupt relevant sind. Diese Klarheit fehlt in den meisten Organisationen.


Was stattdessen funktioniert - ein anderer Blickwinkel

Der Fehler liegt im Ausgangspunkt: Wissenstransfer im Büro wird als Lernproblem behandelt. Es ist keines. Es ist ein Flussproblem. Wissen fließt - oder es fließt nicht. Und wo es nicht fließt, liegt immer ein konkreter Engpass: eine fehlende Routine, eine unterbrochene Übergabe, ein Prozessschritt, der nur in einer Person sitzt.

Personen bewerten den Praxisnutzen des Gelernten deutlich höher und äußern sich durchwegs positiver über die Unterstützung, wenn ihre Führungsverantwortlichen vorgängig bestätigt hatten, dass die Weiterbildung in den individuellen Arbeitskontext der Teilnehmenden passte. Das ist kein Zufall - das ist ein Hinweis darauf, wo der Hebel liegt: nicht im Kurs selbst, sondern in dem, was davor und danach passiert.

Konkret bedeutet das: Bevor Sie erneut in Seminare investieren, lohnt es sich zu verstehen, wo in Ihrem Betrieb Wissen heute tatsächlich stecken bleibt. Nicht auf Ebene von Zufriedenheitsumfragen - sondern auf Ebene von Arbeitsabläufen. Wo hört eine Übergabe auf? Wer trifft welche Entscheidung ohne Dokumentation? Welche Kompetenz verlässt die Organisation, wenn eine Person das Büro verlässt?


Der erste konkrete Schritt

Nicht ein neues Tool. Nicht das nächste Seminar. Sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo in Ihrer Organisation wird heute Wissen produziert - und wo verschwindet es? Welche Übergaben funktionieren, welche nicht? Welche Abläufe hängen an Einzelpersonen, die nicht ersetzt werden könnten, ohne dass etwas bricht?

Diese Fragen lassen sich nicht mit einem Fragebogen beantworten. Sie lassen sich beantworten, indem man schaut, wie Arbeit tatsächlich fließt - und wo sie aufhört zu fließen.

Wenn Sie sehen wollen, wo in Ihrer Organisation Wissen heute stecken bleibt und welche Änderung zuerst mehr planbar fertige Ergebnisse erzeugt, ist das genau das, was wir bei Scaled Innovation in 10 Arbeitstagen gemeinsam herausfinden. Keine neue Methode. Kein neues Tool. Nur Klarheit darüber, wo der Fluss aufhört.

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